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ualbrecht
Power-User
Registriert: 25. Jan 2008, 21:20 Beiträge: 115
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 "Schwierige" Klienten?
Hallo zusammen,
wann hat ein Coach "schwierige" Klienten? Kann es die überhaupt geben?
Für mich ist es ein Anzeichen für die fehlende Neutralität des Coachs, wenn er einen Klienten als "schwierig" ettikettiert.
Wann kann so etwas passieren? Oft ist es so, dass der Klient nicht so ist wie der Coach ihn gerne hätte - letzterer ihn nicht in die Richtung "einnorden" konnte, die er für die richtige hielt.
Darüber hinaus outet sich der Coach, indem er seinen Klienten für "schwierig" hält, dass er (der Coach) feste Vorstellungen von einem positiven Leben, "richtigen" Gefühlen, "richtigen" Einstellungen und einem "richtigen" Verhalten hat. Die Vorstellungen des Klienten sind nicht mit denen des Coachs kongruent, was der Coach nicht akzeptieren kann.
Wer hingegen als Coach das Prinzip Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden lebt, der hat keine schwierigen Klienten.
Wie sehen Sie das?
Ich freue mich auf eine spannende Diskussion  .
Herzliche Grüße,
Ute Albrecht
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| 28. Feb 2010, 18:22 |
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Brigitte Koch
Senior User
Registriert: 3. Jul 2008, 12:56 Beiträge: 77 Wohnort: Stade
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Moin Frau Albrecht,
ich muss zugeben, ich rede schon hin und wieder von "schwierigen KundInnen"  Aber die Langversion heißt bei mir: Ich habe gerade eine KundIn, bei dem fällt _mir_ schwer..., bei der hab _ich_ das Problem.... Warum sonst sollte ich Supervision machen?
Viele Grüße
Brigitte Koch
_________________ www.das-onlineCoaching.com
jederzeit - überall - effektiv
www.consulta-managementberatung.de
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| 1. Mär 2010, 14:32 |
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ualbrecht
Power-User
Registriert: 25. Jan 2008, 21:20 Beiträge: 115
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Moin Frau Koch,
Brigitte Koch hat geschrieben: ich muss zugeben, ich rede schon hin und wieder von "schwierigen KundInnen"  Aber die Langversion heißt bei mir: Ich habe gerade eine KundIn, bei dem fällt _mir_ schwer..., bei der hab _ich_ das Problem...
so wie Sie es in der Langversion formulieren, ettikettieren Sie ja keinen Klienten als schwierig  .
Viele Grüße,
Ute Albrecht
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| 1. Mär 2010, 19:45 |
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Brigitte Koch
Senior User
Registriert: 3. Jul 2008, 12:56 Beiträge: 77 Wohnort: Stade
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Moin Frau Albrecht,
es schreibt sich hier kurz und schnell, aber im wirklich Leben ist der Weg zur Langversion manchmal sehr mühselig und ohne Supervision vermeidet man möglicherweise, ihn zu gehen oder man hat gar keinen Zugang dazu.
Aber vielleicht habe ich den eigentlichen Sinn und Zweck Ihres Threads nicht verstanden?
Viele Grüße
Brigitte Koch
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| 2. Mär 2010, 10:21 |
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Michaela Arlinghaus
Senior User
Registriert: 18. Sep 2008, 17:06 Beiträge: 77 Wohnort: 48161 Münster
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Hallo Zusammen,
ich kenne (vereinzelt) sehr wohl "schwierige Klienten", erlaube mir auch, dieses im kollegialen Austausch auszusprechen. Es ist mein erster Impuls, ich denke es, von daher ist es mir wichtig, es so zu benennen. Dafür bin ich Mensch, mache Erfahrungen und lerne - jeden Tag.
Klar habe ich andererseits das Ideal, die Andersartigkeit des anderen zu schätzen und zu lassen.
Dennoch würde ich nicht soweit gehen, von fehlender Neutralität des Coachs zu sprechen.
In solchen Situationen ist es für mich eher herausfordernd zu reflektieren, welchen Anteil ich selbst als Caoch daran habe, dass ich den Klienten als schwierig bezeichne. In der Supervision komme ich dann auf die Fragen, die auch Frau Koch beschreibt - warum fällt es mir schwer, warum habe ich das Problem mit XY.
viele Grüße
Michaela Arlinghaus
_________________ Makomm: PR, Text und Coaching
Michaela Arlinghaus
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48161 Münster
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| 4. Mär 2010, 13:25 |
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Langenhorner
Neuer User
Registriert: 8. Mär 2010, 18:10 Beiträge: 4 Wohnort: Hamburg
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Hallo Frau Albrecht
Umgangssprachlich gebraucht ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mensch als "schwierig" bezeichnet wird.
Was der Bewertende unter "schwierig" versteht ist seine Bewertung und Deutung eines Menschen in einem bestimmten Zusammenhang.
Im Zusammenhang mit Coaching von "schwierigen" Kunden zu sprechen ist meiner Meinung nach ein Ausdruck für die persönliche, emotionale Bewertung, die vom Hörer oder Leser wiederum entsprechend interpretiert wird.
Setzen wir voraus, dass ein Coach den Konstruktivismus verstanden hat, so ist eine Bewertung des Coachee als schwierig Ausdruck des eigenen Menschenbildes, das im Hinblick auf Coaching vielleicht zu überprüfen ist.
Wird lediglich die Situation im Coaching als schwierig empfunden, so entspricht das einem normalen menschlichen Empfinden, das auch eine Veränderung (zum Besseren)auslösen kann und Teil der normalen Entwicklung eines Coachs ist.
Ob nun Supervision das Allheilmittel ist, bezweifle ich. Theoretisch müßte eine Supervison die Fragen stellen:
Was will Coaching erreichen - wo sind Sie davon abgewichen?
Warum haben Sie das getan? Aus welchem Grund empfinden Sie die Situation als schwierig?
usw.
Supervision ist nicht Coaching. Der Supervisor verfügt in der Regel über keinen Maßstab von Coaching den er anbieten kann. Verfügt der Coach selbst über einen Maßstab, so kann sich der Coach selbst supervidieren. Ohne einen Selbstbewertungsmaßstab wird es daher immer einen Bedarf an Supervision geben.
Welchen Maßstab der Supervisor nutzt ist oft nicht bekannt, so dass der Supervisor selbst zum Maßstab wird bzw. werden kann.
Ich denke, ein Coach, der feststellt, dass er in seinem Verhalten misserfolgreich ist, kann eine Veränderung ableiten und umsetzen. Sollte ihm das nicht gelingen, so ist vielleicht Coaching ein besserer Weg als Supervision.
Supervision ist etabliert und sicherlich für Vieles geeignet. Warum sich ein Coach supervidieren und nicht coachen läßt werde ich nicht so schnell verstehen können.
Vielleicht mag mich da jemand erhellen.
A. Janßen
_________________ Mehr zur Erklärungssystematik:
hamburger-schule.net
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| 8. Mär 2010, 18:16 |
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ualbrecht
Power-User
Registriert: 25. Jan 2008, 21:20 Beiträge: 115
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Hallo zusammen,
vielen Dank für Ihre Beiträge.
Für einen Coach ist es m. E. wichtig zu erkennen, dass die innere Landkarte nicht das Gebiet ist. Wenn ihm das gelingt, bewertet er seine Klienten nicht als "schwierig".
Möchte ein Klient sich nicht verändern, dann ist das sein gutes Recht, auch, wenn der Coach der Meinung ist, dass er (der Klient) völlig "falsch" lebt, denn ein "richtig" und ein "falsch" gibt es im Coaching nicht. In diesem Falle sollte die Coachingbeziehung beendet werden, da es weder für den Klienten noch für den Coach etwas zu tun gibt. Maßstab ist nämlich das, was den Klienten nach seiner subjektiven Meinung glücklich macht.
So sehe ich es zumindest  .
Viele Grüße,
Ute Albrecht
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| 8. Mär 2010, 21:58 |
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Martin Marx
Power-User
Registriert: 15. Jan 2007, 11:03 Beiträge: 395 Wohnort: Bielefeld
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Hallo Herr Janßen,
genau genommen gibt es eigentlich keine schwierigen Klienten. Wenn man als Coach nämlich merkt, dass ein Coaching keinen Sinn mehr macht, kann man den Prozess ja kurzerhand abbrechen.
Viele Grüße
Martin Marx
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| 15. Mär 2010, 20:53 |
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Ella
Neuer User
Registriert: 1. Mär 2010, 13:27 Beiträge: 3
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Hallo Herr Marx und alle anderen,
wie erkenne ich denn wann ein coaching schwierig und wann sinnlos ist
Liebe Grüße
_________________ Liebe Grüße
- Ella -
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| 16. Mär 2010, 05:36 |
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Michaela Arlinghaus
Senior User
Registriert: 18. Sep 2008, 17:06 Beiträge: 77 Wohnort: 48161 Münster
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Liebe Frau Albrecht,
ualbrecht hat geschrieben: Möchte ein Klient sich nicht verändern, dann ist das sein gutes Recht, auch, wenn der Coach der Meinung ist, dass er (der Klient) völlig "falsch" lebt, denn ein "richtig" und ein "falsch" gibt es im Coaching nicht. In diesem Falle sollte die Coachingbeziehung beendet werden, da es weder für den Klienten noch für den Coach etwas zu tun gibt. Maßstab ist nämlich das, was den Klienten nach seiner subjektiven Meinung glücklich macht.
Ich denke ebenso - der Klient entscheidet, ob er sich verändern möchte. Nach Ihrer Ausführung stelle ich mir die Frage, was wenn es den Klienten nach seiner subjektiven Meinung glücklich macht an den Sitzungen teilzunehmen ohne sich verändern zu wollen?
Und zu Herrn Marx: wenn ich als Coach merke, dass ein Coaching keinen Sinn macht, ist das doch ebenso mein eigener Bewertungsrahmen, oder? Und was meinen Sie mit "kurzerhand abbrechen" genau?
Viele Grüße
Michaela Arlinghaus
_________________ Makomm: PR, Text und Coaching
Michaela Arlinghaus
info@makomm.com
www.makomm.com
48161 Münster
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| 16. Mär 2010, 19:06 |
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Martin Marx
Power-User
Registriert: 15. Jan 2007, 11:03 Beiträge: 395 Wohnort: Bielefeld
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Hallo Ella,
Ella hat geschrieben: wie erkenne ich denn wann ein coaching schwierig und wann sinnlos ist
wie Sie das erkennen, weiß ich nicht.  Selber glaube ich es, als Coach, daran zu erkennen, dass der Coachee kein Interesse mehr an dem Coaching hat.
Liebe Grüße
Martin Marx
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| 16. Mär 2010, 19:35 |
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Martin Marx
Power-User
Registriert: 15. Jan 2007, 11:03 Beiträge: 395 Wohnort: Bielefeld
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Hallo Frau Arlinghaus,
Michaela Arlinghaus hat geschrieben: Und zu Herrn Marx: wenn ich als Coach merke, dass ein Coaching keinen Sinn macht, ist das doch ebenso mein eigener Bewertungsrahmen, oder? da liegen sie vollkommen richtig. Doch was, wenn ich fragen darf, unterliegt denn nicht dem eigenen, subjektiven Bewertungsrahmen? Michaela Arlinghaus hat geschrieben: Und was meinen Sie mit "kurzerhand abbrechen" genau?
Unter "kurzerhand abbrechen" verstehe ich Situationen, in denen mir der Coachee unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er kein Interesse mehr am Coaching hat.
Viele Grüße
Martin Marx
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| 16. Mär 2010, 19:56 |
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ualbrecht
Power-User
Registriert: 25. Jan 2008, 21:20 Beiträge: 115
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 Re: "Schwierige" Klienten?
Liebe Frau Arlinghaus,
Michaela Arlinghaus hat geschrieben: ualbrecht hat geschrieben: Möchte ein Klient sich nicht verändern, dann ist das sein gutes Recht, auch, wenn der Coach der Meinung ist, dass er (der Klient) völlig "falsch" lebt, denn ein "richtig" und ein "falsch" gibt es im Coaching nicht. In diesem Falle sollte die Coachingbeziehung beendet werden, da es weder für den Klienten noch für den Coach etwas zu tun gibt. Maßstab ist nämlich das, was den Klienten nach seiner subjektiven Meinung glücklich macht. Ich denke ebenso - der Klient entscheidet, ob er sich verändern möchte. Nach Ihrer Ausführung stelle ich mir die Frage, was wenn es den Klienten nach seiner subjektiven Meinung glücklich macht an den Sitzungen teilzunehmen ohne sich verändern zu wollen?
danke für Ihre Frage  .
In manchen Fällen scheint es wirklich so zu sein, dass der Klient brav zu den Sitzungen kommt, ohne sich verändern zu wollen. Das scheint allerdings nur so zu sein.
Damit es nicht so abstrakt ist, bringe ich ein Beispiel dazu. F. hat eine sehr ehrgeizige Frau. Sie krittelt an ihm herum. Er solle doch endlich mal ein höheres Gehalt heraushandeln. Außerdem arbeite er nach ihrer Meinung nicht genug an seiner Karriere - er soll sich doch, bitte schön, um eine hochdotierte Stelle bewerben, in der er mehr Verantwortung trägt, er dann Chef für mehr ihm unterstellte Mitarbeiter ist als bisher und sein Gehalt natürlich auch um ein Vielfaches höher ist. Darüber hinaus denkt sie, dass er sich am Arbeitsplatz nicht genügend durchsetze und bei ehelichen Auseinandersetzungen fällt schon mal das Wort "Weichei". F. kränkt das. Ihn nerven auch die dauernden Kritteleien seiner Frau. Also lässt er sich "breitschlagen", zu einem Personal Coach zu gehen, den seine Frau kennen gelernt hat und von ihm sehr beeindruckt ist.
Einerseits geht er nur dorthin, damit seine Frau endlich Ruhe gibt und es weniger Anlass zum Streit gibt, da er ein harmoniebedürftiger Mensch ist. Auf der anderen Seite ist er sich aber auch nicht so ganz sicher, ob er als Mann ok sei, er hat noch keine Klarheit, ob er mit seinem Männerbild zufrieden sein sollte und diese Klarheit möchte er durch das Coaching bekommen.
Während des Prozesses sprechen sie über seine Werte. Es kommt heraus, dass F. mit seinem Männerbild doch zufrieden ist und er möchte zu seiner Sensibilität stehen. Für ihn zählen andere Werte als Statussymbole, Geld, Macht, Durchsetzungsvermögen, für ihn sind Freundschaften und das Schaffen von Win-Win-Situationen wichtiger. Er bekommt heraus, dass er mit seinem derzeitigen Job zufrieden ist und er nicht nach Höherem strebt, weil ihm auch sein Privatleben wichtig ist. Mit der Stelle, die sich seine Frau für ihn wünscht, wäre er mit der Firma verheiratet und seine Frau hätte nur mehr Geld, was sie unter die Leute bringen kann.
In diesem Fall hat das Coaching das Ergebnis: "Ich bin ok, ich halte mein Wertesystem für richtig, ich möchte kein Macho werden, nur um meiner Frau zu gefallen - es ist nicht meine Lebensaufgabe".
Oberflächlich sind keine Veränderungen zu erkennen - F. bewirbt sich nicht um die "bessere" Stelle, er verhandelt nicht um ein höheres Gehalt, er trainiert nicht, seine Ellenbogen zu benutzen (etwas zynisch ausgedrückt), er bleibt der sanfte und sensible Mann, der er vorher war.
Für ihn ist es jedoch befreiend zu erkennen, dass er ok ist. Durch die Streitereien mit seiner Frau war er sich dessen nicht mehr sicher. Die eigentliche Veränderung hat tief im Inneren stattgefunden, da er nun zwischen dem, was er selbst möchte und dem, was andere für ihn gut halten, unterscheiden kann und er nicht mehr anderen gefallen muss.
Genau die Sitzung, in der F. zu diesen Erkenntnissen gelangte, war seine letzte Sitzung. Denn er hat kein Bedürfnis mehr nach einem Coaching, weil für ihn der Prozess erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit dem Coaching war er sehr zufrieden. Der Coach habe ihm die Augen geöffnet und sein Selbstwertgefühl gestärkt. Er würde sich jetzt als Mann ok finden, obwohl er nicht dem traditionellen Männerbild entspricht, das in konservativen Kreisen gilt. Die vorigen Sitzungen, die ihn zu dieser Erkenntnis brachten, hat er gebraucht. Der Coach freut sich mit ihm über seine Erkenntnis und versucht nicht etwa, ihn zu dem Mann zu machen, den seine Frau gerne hätte. Dann hätte er nämlich Partei für sie und gegen F. ergriffen und seine Neutralität aufgegeben. Und F. wäre in diesem Fall ein "schwieriger" Klient, woran der Coach aufgrund seiner fehlenden Neutralität einen großen Anteil hat.
Seine Frau bemerkt jedoch keine Verhaltensänderung an F. Sie ist von dem Coach enttäuscht. Von ihm erwartete sie nämlich, dass er F. zu dem strahlenden Helden macht, da sie sich über ihn definiert. Sie fühlt sich nur dann wertvoll, wenn ihr Mann (das ist F.) stark, durchsetzungsfähig, mächtig ist und stets einen professionellen Auftritt in der Öffentlichkeit hat.
Vielleicht ist es durch diese Geschichte deutlicher geworden, was ich im vorigen Beitrag ein wenig überspitzt ausgedrückt habe  ?
Viele Grüße,
Ute Albrecht
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| 16. Mär 2010, 22:31 |
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Ella
Neuer User
Registriert: 1. Mär 2010, 13:27 Beiträge: 3
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Hallo Frau Albrecht und alle anderen,
was sie beschreiben ist m.E. ein gutes und erfolgreiches Coaching
Ich frage mich nun wie es mit der Ehe der beiden weitergeht
Was ist aber wenn Jemand wirklich nur die 'Streicheleinheiten' im Coaching braucht und sonst nichts will? Ist das dann dasThema? Oder wenn Jemand so unentschlossen ist, dass er sich immer nur im Kreis dreht?
Ist es dann so, wie Herr Marx beschrieb, dass ich als Coach ein Coaching besser einfach abbreche? Oder wie lege ich es dem Coachee liebevoll nahe von selbst zu gehen? Warum beendet so ein Coachee eigentlich nicht von selbst ein Coaching?
Viele Fragen und ...
_________________ Liebe Grüße
- Ella -
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| 17. Mär 2010, 11:09 |
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Michaela Arlinghaus
Senior User
Registriert: 18. Sep 2008, 17:06 Beiträge: 77 Wohnort: 48161 Münster
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Hallo Zusammen,
ein sehr eindrückliches Fallbeispiel, Frau Albrecht. Das war dann doch etwas missverständlich. Jetzt verstehe ich Ihre Ansicht, dass der Maßstab im Coaching das ist, was den Klienten glücklich macht. Das Coaching in Ihrem Beispiel finde ich ebenso erfolgreich wie auch Ella es ausführt.
Ella schrieb:
Zitat: Was ist aber wenn Jemand wirklich nur die 'Streicheleinheiten' im Coaching braucht und sonst nichts will? Ist das dann dasThema? Oder wenn Jemand so unentschlossen ist, dass er sich immer nur im Kreis dreht?
Ist es dann so, wie Herr Marx beschrieb, dass ich als Coach ein Coaching besser einfach abbreche? Oder wie lege ich es dem Coachee liebevoll nahe von selbst zu gehen? Warum beendet so ein Coachee eigentlich nicht von selbst ein Coaching?
Dieser Punkt interessiert auch mich: Was wenn jemand sehr gern und brav zum Coaching kommt, aber die Schritte, die er für sich erarbeitet hat, nicht umsetzt und nach einigen Sitzungen erneut auf einen Punkt kommt, der von ihm selbst bereits entschieden war. Klar, an dieser STelle kann ich sofort einwenden, dass er dann eben noch nicht so weit war und der Prozess eben seine Zeit dauert. Es kommt mir auch in den Sinn, dieses zu thematisieren und den Klienten nach seiner Einschätzung zu fragen. Manchmal kann eine längere Pause hilfreich sein, in der der Klient mehr Zeit für die Umsetzung hat.
Aber ich würde nicht soweit gehen, das Coaching einfach "abzubrechen". Ja, aber auch mir bleibt die Frage, warum der Klient nicht selbst das Coaching beendet? Ich denke auch an die Kosten - damit denke ich zwar nicht unternehmerisch, aber fühle mich wohler. Wenn der Klient mir unmissverständlich deutlich macht, dass er kein Interesse mehr am Coaching hat, gut, dann kann man das Coaching abbrechen. Das ist mir sehr einleuchtend. Aber nur weil er sich im Kreis dreht, oder entschiedene Veränderungen nicht einstielt oder immer wieder auf die gleichen Situationen/Probleme kommt, das signalisiert für mich z.B. kein Desinteresse.
Bin gespannt...
herzliche Grüße
Michaela Arlinghaus
_________________ Makomm: PR, Text und Coaching
Michaela Arlinghaus
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www.makomm.com
48161 Münster
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| 18. Mär 2010, 16:34 |
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Martin Marx
Power-User
Registriert: 15. Jan 2007, 11:03 Beiträge: 395 Wohnort: Bielefeld
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Hallo Ella,
Ella hat geschrieben: Hallo Frau Albrecht und alle anderen, Ich frage mich nun wie es mit der Ehe der beiden weitergeht  letztendlich gibt es für jedes Problem irgendeine Lösung, ob mit oder ohne Coach. Ella hat geschrieben: Was ist aber wenn Jemand wirklich nur die 'Streicheleinheiten' im Coaching braucht und sonst nichts will? Ist das dann dasThema? Oder wenn Jemand so unentschlossen ist, dass er sich immer nur im Kreis dreht? Dann liegt es am Coach, was er aus der Situation macht. Ella hat geschrieben: Ist es dann so, wie Herr Marx beschrieb, dass ich als Coach ein Coaching besser einfach abbreche? Oder wie lege ich es dem Coachee liebevoll nahe von selbst zu gehen? Warum beendet so ein Coachee eigentlich nicht von selbst ein Coaching?
Obgleich ich schon der Auffassung bin, dass ein Coaching auch Phasen der Entspannung beinhalten sollte, würde ich einem Coachee, der langfristig nicht (mehr) gewillt ist, sich unbequemen Fragen zu stellen, zumindest über den Sinn und Zweck eines Coachings aufklären. Wenn er/sie mich dann immer noch lediglich für eine nette Unterhaltung bezahlen möchte, würde ich es ihm/ihr sicherlich nicht in jedem Falle ausreden.
Liebe Grüße
Martin Marx
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| 22. Mär 2010, 18:22 |
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